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Plötzlich war der Wagen neben ihr, schnitt der Flüchtenden den Weg ab.
Der Aufprall gegen den vorderen Kotflügel raubte ihr den Atem,
schleuderte das Mädchen auf den rauen Asphalt, der ihr die Knie und Hände
aufriss. Noch ehe sie wieder aufspringen konnte, war der Mann über der
Gestürzten, riss sie hoch, schlug ihr ins Gesicht, erstickte ihren
Schrei. Er packte sie am Hals und flüsterte: „Wenn du schreist,
bringe ich dich um, du Nutte, du Miststück!“
Am Hals zog er sie hinter sich her, während sie nach Luft rang. Sie fühlte
Holz, Bretter und wusste, es war der Stadl, an dem sie beim Hochfahren
immer vorbei gekommen waren. Er presste sie gegen die Wand, legte seinen
Arm um ihren Hals los, drehte sie um, drückte ihr Gesicht gegen das
faserige, splittrige Holz.
Als der Mann mit dem Mädchen fertig war, stand er einen Moment und
schaute auf den Körper hellen, nackten Körper hinab, drapierte ihn, so
wie es sein musste. Aus den Büschen brach er einen kleinen Zweig,
knickte ihn auf die richtige Länge, vollendete das, was sie verdient
hatte. „Du bist genau solch eine Nutte wie die anderen auch. Du warst
mich nicht wert!“ Er spuckte aus. Es kam Wind auf, die Temperatur fiel
fühlbar. (...)
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Es war kurz nach dreiundzwanzig Uhr, als jemand an der Tür der
Polizeiinspektion Wörth klingelte. Der Beamte im vorderen Raum sah auf
den Bildschirm. Vor der Tür stand eine Frau, die darauf wartete, dass
man ihr öffnete. „Ja bitte?“, fragte der Polizist über die
Gegensprechanlage.
„Meine Tochter ist nicht nach Hause gekommen. Ich mache mir solche
Sorgen.“
Der
Türöffner summte und die Frau trat ein. Wenig später saß sie in
einem der Vernehmungszimmer und erzählte dem Uniformierten: „Sie
sagte heute Morgen, sie würde abends wie jeden Freitag zum Schießen im
Gasthof Geier gehen. Sie müssen wissen, sie ist Mitglied im Schützenverein.
Aber da war sie heute nicht und ihre Freundin ist nicht daheim. Ich
mache mir wirklich Sorgen, Ness ist sonst immer sehr zuverlässig.“
„Jetzt
muss ich Ihnen ein paar Fragen stellen. Sicherlich wird ihre Tochter
bald auftauchen. In fast allen Fällen gibt es einen Grund dafür, dass
sie noch nicht zuhause ist. Machen Sie sich bloß keine unnötigen
Sorgen! Aber ich brauche erst ein paar Informationen von Ihnen. Also
Name, Vorname, Anschrift und Geburtsdatum. Und haben Sie ein Bild
dabei?“
Die
Frau machte die gewünschten Angaben, dann nestelte sie ein Bild aus
ihrer Handtasche. „Sie wird doch im Januar erst sechzehn. Ness ist
doch sonst immer um Zehn oder kurz nach Zehn heimgekommen.“ Sie fing
an zu weinen.
„Beruhigen
Sie sich mal, Frau Klermann. Sicherlich taucht sie spätestens um
Mitternacht mit einer passenden Ausrede auf. Wissen Sie ob Vanessa einen
Freund hat?“ (...)
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Im Besprechungsraum traf man sich wieder. Zwei Beamten sollten sich am nächsten
Morgen während des Frühstücks im Geier um den Übungsleiterlehrgang kümmern,
ein anderes Team den Auftrag bekam, dem Rentnerehepaar in Tiefenthal
Bilder von Autos vorzulegen. Perschreither würde mit Beate Konnert den
Benjamin Strosser und diesen Daniel „Danny“ Liebermayr befragen.
In
diesem Augenblick ging die Tür auf und Igor Reisch kam rein. „Ich
muss euch etwas zeigen!“. Er lief auf dem kürzesten Weg zum Computer,
ging ins Internet und rief eine Website mit kyrillischen Buchstaben auf.
„Schaut her.“
Es waren mehrere Bilder von Toten zu sehen: junge und ältere Männer,
drei Frauen undefinierbaren Alters und ein halbverwester Leichnam. Allen
war eines gemeinsam: Sie lagen auf den Knien, die Köpfe ruhten seitwärts
gedreht auf den Armen. In ihren Mündern sorgten kleine Holzstücke oder
in einem Fall auch ein Bleistift dafür, dass diese im Tode geöffnet
blieben und es aussah, als würden die Toten schreien.
„Kommt euch das bekannt vor?“, fragte Igor und sah alle an.
Perschreither war beeindruckt. „Was steht da?“
Igor
fasste zusammen: „Das ist eine private Site von russischen Ermittlern.
(...)
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